Merkwürdige Plattform
Seltsames Portal. Voll von angeblich einsamen Herzen, die Anschluss suchen - nur ist hier kaum jemand online. Ich vermute, wenn der Plattformbetreiber alle Profile der Mitglieder deaktivieren würde, die länger als 12 Monate nicht eingeloggt waren, hätte diese Kontaktplattform noch ganze fünf aktive Nutzer?! Man kennt dieses Prinzip von Plattformen wie Skype: Der Anbieter brüstet sich mit mehreren Millionen Nutzern, die aber nur deshalb vorhanden sind, weil der Anbieter inaktive, nicht mehr genutzte Accounts nicht konsequent löscht.
Einsame Herren ohne Profilbild, die zwar in Partnerschaft oder Ehe stecken, aber mal eine schnelle Abwechslung von der Gattin wollen, sind, wie auf fast allen Online-Kontaktplattformen, auch hier reichlich vertreten - sonderbar, soll Fischkopf.de doch angeblich eine Kontaktbörse für norddeutsche Singles sein. Natürlich als kostenloses Basis-Mitglied, finanziert von den „Goldfischen“, die hier vielleicht auf echte Möglichkeit von Kennenlernen und Partnerschaft gehofft hatten. Nutzer, die Fischkopf.de als potentielle Möglichkeit zur Partnersuche sehen, dürften befremdet bis abgeschreckt sein, daß vor allem männliche Nutzer in ihren Profilen ihre sexuellen Interessen und Absichten darlegen und die Partnerbörse damit zur Bumsbörse machen. Für die Suche von ausschließlich sexuellen Kontakten gibt es aber ja nun zahlreiche andere Onlineplattformen, dazu braucht man(n) Fischkopf.de nicht.
Warum die Partnersuche seitens des Plattformbetreibers überhaupt als „Singlesuche“ bezeichnet wird, bleibt sein Geheimnis: Gefühlte zwei Drittel der registrierten Benutzer sind offenbar keine Singles, haben zumindest diesen Status nicht in ihren Profilen angegeben. Das wirft die Frage nach dem Sinn einer Mitgliedschaft und Partnersuche bei Fischkopf.de auf - eine Singlebörse für norddeutsche Singles, die tatsächlich gar keine Singles sind?
Nutzer hat zudem keine Möglichkeit, im Profil verbindlich seine sexuelle Orientierung anzugeben und damit gezielt nach entsprechend Gleichgesinnten zu suchen und Nutzer mit anderem Geschlecht bzw. sexueller Orientierung auszuschließen. Was das Ganze nicht unbedingt transparenter und einfacher macht.
Die Idee des in der App vorhandenen, standortbasierten Flirt-Radars finde ich prinzipiell gut. Leider ist sie nutzlos, wenn auf dieser Plattform anhaltend kaum einer der zahlreich registrierten User online ist und Nutzer damit im Flirtradar allein bleibt. Das steigert den Frust bei der Nutzung nur.
Schade. Grundsätzlich finde ich das Konzept einer Kennenlern-Plattform für Nordlicht-Singles interessant und begrüßenswert. Hier aber weniger als halbherzig umgesetzt. Ganz schlecht in der App: Keine Ein-Klick-Abwahl von Cookies möglich. Nutzer muß durch schier endlose Untermenüs scrollen und dort einzeln die manuelle Abwahl vornehmen.
Ich erwarte nach vier Wochen Mitgliedschaft nicht mehr, auf dieser Plattform jemanden mit echtem partnerschaftlichen Interesse kennen zu lernen und werde daher mein einmonatiges Goldfisch-Testabo nicht fortführen. Einsam sein kann Single auch kostenlos und offline - ganz ohne Fischkopf.de. 😉
16 de março de 2025
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